(23/35)

usefull_updates Nikolas Neecke

In der Ausstellung

Bei "usefull_updates" treffen sich meine beiden Vorlieben für Stofftiere und Elektronik. Genauer gesagt: Ich liebe Stofftiere... schon klar wie das zu verstehen ist, aber wenn ich an einem Flohmarkt oder in einem Brockenhaus ein Stofftier sehe, welches mir gefällt, dann muss es mit nach hause. Stofftiere sind mein kleiner Fetisch. Sie müssen aber in vielen Kriterien überzeugen und ein hartes Casting durchlaufen und überstehen, bevor sie für mich liebenswert sind. Design und Form sowie Material muss stimmen, vor allem aber der Ausdruck der Gesichter muss sympathisch sein, denn sonst kommen sie mir nicht ins Haus. Unter diesen Kandidaten gibt es dann diejenigen, an denen ich nie rumschnipseln würde, da ich das nicht übers Herz bringe. Andere werden aber speziell für meine "usefull_updates" ausgesucht und diese auserwählten Tiere und Püppchen treffen dann auf einen weiteren Fetisch meinerseits, die Elektronik... Es entstehen simple bis komplexe elektronische Instrumente, eingepackt in schöne Formen aus Stoff, ausgestattet mit Bedienelementen und Sensoren. Ein Ensemble, mit dem sich als Gruppe musizieren liesse. Gedacht für Kinder, als Kontrast zu den doch oft eher beschränkten Möglichkeiten von industriell fabrizierten, klangenerierenden Spielzeugen. Die operierten Tierchen werden zu Cy-bären, zu Darstellern von LowtechMaschinenWesen. Comicfiguren und Protagonisten in einem Techno_Fantasy_Musical, der coolen Art... Die bis jetzt entstandenen Figuren heissen: extHASE, MotzMädchen und FreakyFox.

Technik extHASE

Der extHASE ist ein CMOS-Chip basiertes Instrument. Seine Augen sind zwei lichtempfindliche Widerstände und in den Pfoten sind Leuchtdioden eingebaut. Des weiteren vier Potentiometer - je zwei in Brust und Füssen - im Bauch ein Lautsprecher sowie einen externen Ausgang. Die klangerzeugende Schaltung ist aus dem Buch von Nicolas Collins/Handmade Electronic Music übernommen (Seite 133). Ein 4093 CMOS NAND Gate wird dermassen verdrahtet, so dass eine Kaskade von vier Oscillatoren - jeweils die Amplitude des nächsten modulierend - entsteht. Die vier Potentiometer kontrollieren die Frequenz der Oscillatoren. Die beiden lichtempfindlichen Widerstände sind parallel zu den beiden ersten Potentiometern geschaltet und üben somit ebenfalls Einfluss auf die Tonhöhe dieser beiden Oscillatoren aus. Mit den LED`s in den Pfoten oder durch Abdecken der lichtempfindliche Widerstände mit den Ohren kann so direkten Einfluss auf die Tonhöhe der beiden ersten Oscillatoren genommen werden.

Technik FreakyFox

FreakyFox ist ein Singel-VCO-Oscillator mit zwei Square-Wave-Modulatoren und einem 8-Step-Sequenzer. Zusätzlich zehn über Kippschalter bedienbare Bendpoints, die Pins des VCO`s verbinden. Der VCO ist ein CD4046i. Die Modulator-LFO`s werden mit einem 40106 erzeugt und über Dioden addiert und können dann entweder der Frequenz oder der Amplitude zugewiesen werden. Oder aber sie schicken ihr Modulationssignal an den Kondensator des VCO`s, was ausgesprochen gute Sounds erzeugen kann. Der Sequenzer ist ein 4017 - dessen Clock ebenfalls durch ein LFO getaktet wird - lässt sich an- und ausschalten. Ebenso jeder Step des Sequenzers. Die Bendpoints ermöglichen abgefahrene Klangveränderungen und geben dem Tierchen seinen Namen.

Technik MotzMädchen

Das MotzMädchen hat in seinem Inneren zwei VCO`s (CMOS4046), deren Tonhöhen jeweils durch ein Potentiometer und einen Rampen-Generator bestimmt werden. Ausgelöst werden die Rampen-Generatoren durch Tiltschalter in den Hänen des Püppchens. Die beiden Audio-Signale der VCO`s werden in einem der 4046 Chips Ringmoduliert.

http://www.nikineecke.ch/animalfarm.html



retour